Frohe Weihnachten 🎄 ❣️
- Heike Eichhorn

- 24. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Manchmal ist es ein Kartoffelsalat,
der mir Weihnachten zeigt.
Ich stehe in der Küche.
Drei Kilo Kartoffeln.
Der Kartoffelsalat meiner Mutter.
Ich sehe sie vor mir,
wie sie die Kartoffeln schält, rührt,
abschmeckt, kiloweise,
still und sorgfältig.
Damals habe ich es als selbstverständlich hingenommen.
Heute weiß ich, wie viel Arbeit und Liebe darin steckte.

Seit ihrem Tod mache ich ihn jedes Jahr selbst.
Jeden Schritt spüre ich bewusst:
das Schälen, das Rühren, das Abwarten, das Abschmecken.
Ich merke bei jedem Handgriff, wie sehr sie sich darum gekümmert hat.
Und plötzlich wird mir klar:
Jetzt bin ich diejenige, die es macht,
für meine Kinder, für unsere Familie,
und dass es weitergeht.
Der Duft von gekochten Kartoffeln, der warme Topf,
das Geräusch der Schüssel – alles trägt mich zurück,
lässt mich noch einmal Kind sein.
In diesen Momenten spüre ich, wie viel sie mir gegeben hat,
wie viel Liebe in den kleinen Dingen steckt,
die wir früher einfach hingenommen haben.
Ich bin allein hier in der Küche,
und trotzdem fühle ich sie neben mir.
Die Geduld, die Fürsorge, die Sorgfalt –
alles, was sie getan hat, lebt in mir weiter.
Jetzt bin ich fast 59.
Und ich mache es genauso weiter.
Aus dem Wunsch, dass sie spüren, wie es ist, gehalten zu werden,
wie es ist, geliebt zu werden, ohne dass man es aussprechen muss.
Manche Dinge gibt man weiter.
Manche Momente werden Erinnerung.
Wie ein kleiner Hafen im Alltag.
Und manchmal ist es genau das:
Ein Kartoffelsalat, ein Topf, ein Duft –
der mir sagt:
„Schau hin. Spür hin.
Das hier ist schon Weihnachten.“
Manche Rezepte sind kein Essen.
Sie sind Erinnerung.




Kommentare