Vergänglichkeit

September 20, 2019

In diesem Jahr sind schon sehr viele schöne Seelen gegangen und gerade im Moment wird auch eine wunderbare Frau beerdigt. Viel zu früh, unfassbar für alle und sie hinterlässt ein großes Loch. Keine Worte des Trostes sind groß genug für die, die zurück bleiben. Denn erstmal tut es nur weh, so unglaublich weh und das Gefühl den Schmerz hinausschreien zu müssen ist unheimlich groß. In unserer Kultur ist das nicht so üblich, andere Kulturen widerum zeigen ihren Schmerz laut und deutlich. Da wird gemeinsam geschrien und geweint um die unglaubliche Macht und Wucht des Todes zu verstehen und zu akzeptieren.

 

Ich werde mir der Endlichkeit des Lebens sehr bewußt. Das Bewußtsein, dass der Tod unwiderbringlich zu uns gehört...und dass das Leben für jeden vollkommen unberechenbar ist..und nicht nur schön, sondern mit aller Härte zuschlagen kann.

 

Es gibt Tage, da hebt sich ein klein wenig der Schleier von meinem Dornröschenschlaf und ich erkenne deutlicher als sonst, dass wir nichts, aber rein garnichts kontrollieren können.

Nein, es wird nicht alles so bleiben, wie es jetzt ist. Da werden Menschen gehen und sterben, die mir jetzt noch selbstverständlich an meiner Seite sind, es werden Phasen im Leben kommen, die mich durchrütteln, zermalmen um mich danach wieder auszuspucken.

 

Es bleibt nicht immer schön und einfach...auch wir werden geprüft, auch wir werden Verluste erleben und vielleicht zeigt uns auch unser Körper mal Grenzen auf, mit denen wir nicht gerechnet haben. So ist das Leben...und es macht hilflos, ohnmächtig und traurig, wenn man sich ein wenig tiefer auf das Thema einlässt. Es macht ängstlich und atemlos.

 

Aber mich macht es vor allen Dingen eins:  demütig.

 

Das Wissen darüber, dass es nichts gibt, was Du tun kannst, das Du Annehmen und Abgeben musst und vertrauen...ja, vertraue weiterhin, so schwer es auch fällt...und geniese den Augenblick, ja..genau diesen Augenblick, diesen hier, während du den Text liest...alles andere liegt nicht wirklich in Deiner Hand...es ist eine Iillusion...

 

 

 

Und während ich diese Gefühle und Gedanken habe , fällt mir ein wunderschönes Mantra ein. Ich habe es in den letzten Tagen mehrfach gehört, es berührt mich tief, tief und es ist schon mehr als eine Träne geflossen. Bei den Sikhs und den Kundalini Yogis wird Akal für die Seelen gesungen, die diese Erde verlassen haben. Es soll ihnen eine Hilfe bei ihrer Reise in die nächste Ebene sein, Kraft und Frieden geben bei dieser Aufgabe. 

 

Dieses Mantra sende ich hier zu Ehren aller Verstorbenen, zu Ehren und zum Trost aller Hinterbliebenen, damit die Seelen in Frieden ihren Weg finden...Namasté  

 

 

 

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​© 2016 Spürbar-Ich, Heike Eichhorn